Der Weibsteufel
Der Weibsteufel
"Der Weibsteufel" n. K. Schönherr; Bearbeitung und Regie: Ursula Scheidle (Produktion ORF/SWR 2019) Mit Gerti Drassl (Weib) Hannes Perkmann (Mann) Harald Windisch (Jäger) Musiker: Stefan Fraunberger (Zymbal) Assistenz Julia Herzog Schnitt Manuel Radinger, Daniel Bren Ton Anna Kuncio
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Bearbeitung & Regie
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Musik
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Schnitt
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Inhalt
„Ich bin keine Sterberin. Ich leb gern; ja, jetzt noch lieber als früher. Wenn schon gstorbn sein muss, warum denn grad ich und du, zwei gsunde Leut?“ So spricht das Weib mit dem Grenzjäger in Karl Schönherrs Stück „Der Weibsteufel“. Und letztlich geht es in diesem Stück neben Status und Ehre, um nichts anderes als um den Wunsch nach einem erfüllten Leben.
Karl Schönherr (1867-1943) war Arzt. Er hatte ungeschminkte Einblicke in die körperlichen und seelischen Nöte der Menschen. Aus diesen Nöten hat er sein Drama „Der Weibsteufel“ entwickelt. „Der Mann. Sein Weib. Ein junger Grenzjäger. Schauplatz: Eine Stube.“ – Mit diesen schlichten Worten leitet Karl Schönherr sein Drama ein.
Es ist eine Geschichte mit einfachem Plot, die zwischen den Worten ihre Vielschichtigkeit und Komplexität offenlegt, und es ist eine zeitlose Geschichte, denn die Bedürfnisse ihrer drei namenlosen, typisierten Figuren könnten nicht menschlicher sein: Sie kämpfen um Status, Anerkennung, Ehre und um bzw. gegen die Bedürfnisse ihrer Sexualität: Ein mittelloses Paar mit unerfülltem Kinderwunsch will durch kriminelle Machenschaften zu Geld kommen, um das Haus am Marktplatz zu kaufen und auf diese Weise in der Mitte der Gesellschaft anzukommen. Als der Mann erfährt, dass ein Grenzjäger auf sein Weib angesetzt wird, um seiner Hehlerei auf die Schliche zu kommen, verlangt er von seiner Frau, den Spieß umzudrehen und solange mit dem Beamten zu flirten, bis er seine Schmuggelfracht weggebracht hat. Zunächst spielt seine Frau bei seinem Plan mit, bis sie schließlich, mehrfach verraten, zur Einzelkämpferin wird und sich gegen die zwei Männer stellt. Das Stück „Der Weibsteufel“ könnte auch den Titel „Das Weibsteufelsystem“ tragen, denn es findet auf der Bühne männlicher Kampfzonen und deren Spielregeln statt, in die die Frau zunächst gedrängt wird und sich schließlich daraus befreit …
Karl Schönherr, geboren in Axams, Tirol, war Arzt und Schriftsteller. Zu seinen erfolgreichsten Stücken zählen „Glaube und Heimat“ (1910) und „Der Weibsteufel“ (1914). Er starb in Wien.




