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Dann schick uns deinen Text – Gedicht, Brief, Artikel, Kurzgeschichte, Tagebucheintrag, Monologtext … alles ist möglich! Aus allen eingereichten Texten werden im Anschluss an Fellingers Früh.Stück die Texte des Tages gezogen. Diese Texte erarbeitet Andrea Nitsche zusammen mit unserer Musiker*in Residence, Flora Geißelbrecht, in fesselnde Lesungen. Einreichungen bis 1. August unter: verborgenetexte@gmail.com

KAHLENBERG

KAHLENBERG


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Datum & Uhrzeit

07. August 2020
22:00 - 23:30





Spielort

                      Inhalt

                      Keine 20 mehr, charmant bis ignorant oberschichtaffin, mit einem Hang zum sympathischen Scheitern und trotzdem eine vortreffliche Zeit beim gegen die Wand Fahren des guten Tons in jedweder Hinsicht. So könnte man die fünfköpfige Wiener Band Kahlenberg mit einem Satz beschreiben, wenn man wenig Zeit hat.

                      Zeit hat man knapp über 40 Minuten um sich beim Durchhören des Debutalbums „Dirty Penzing“ zu entscheiden: Hassen oder lieben, abgrenzen oder einsteigen. Es braucht ein bisschen Mut um einzusteigen. Wer es wagt, wird mit elf irrwitzigen Songs belohnt, welche sich thematisch von Villenvierteln und Fuchsiapullovern über Substanzmissbrauch und Frauengeschichten bis hin zu Exzess und manischem Statusklammern erstrecken. Ebenso stoßen auch die erfrischenden Produktionsentscheidungen vor den Kopf: Stolpernde Akustik, weit aufgerissene Gitarren-Amps und krachende Drums duellieren sich mit unerwarteter Elektronik, weinenden Violinen und fast schon verliebtem Bruch mit 0815-Radiohit-Schemen. „Das ist Punk!“ hat Marco Wanda nach dem ersten Konzert backstage freudig attestiert. Und auf der Metaebene damit ins Schwarze getroffen.

                      Kahlenberg lächeln Bestrebungen weg, sich aus Maximierungsgedanken zu biegen und anzubiedern wie typischere Popacts. Sie machen vielmehr konsequent die Musik, die aus ihnen herausdrängt: Mit gewissem Galgenhumor genauso provokant wie eingängig die Grätsche zwischen der Schönheit des Lebens und dessen unvermeidlichen Abgründen reißend. „Es führen viele Wege zum Zentralfriedhof“, heißt es im Refrain der letzten Nummer des Debutalbums. Kurz sickern lassen. Moët drauf!

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