schön.schöner.am schönsten
schön.schöner.am schönsten
Ein Projekt ACT der Anton Bruckner Privatuniversität Linz
Mit: Katja Blessing, Pauline Hagg, Lia Laubeck Projektleiterin: Estera Stenzel
© Estera Stenzel
Inhalt
Schönheitsideale aus unterschiedlichen Epochen der dramatischen Literatur und ihre Wirkung auf die Körper der Figuren.
Das Attribut Schönheit erscheint im Drama selten als bloße ästhetische Eigenschaft. Vielmehr fungiert es als gesellschaftliche Kategorie, die über Anerkennung, Begehren, Moral und Macht entscheidet. Dramatische Texte machen sichtbar, wie Körper bewertet, kontrolliert und normiert werden – insbesondere entlang von Geschlecht, Klasse und Alter. Sie verknüpfen Schönheit häufig mit Schuld: Der schöne Körper wird begehrt, beobachtet, moralisch bewertet – und schließlich bestraft. Schönheit erscheint dabei nicht als Vorteil, sondern als Risiko, das Schuld hervorbringt: Schuld durch Begehren, Schuld durch Verweigerung, Schuld durch Abweichung von der Norm. Schönheit kann Segen und gleichzeitig Fluch sein.
Es stellen sich für uns die Fragen: sind Schönheitsmaßstäbe individuelle, kulturelle oder politische Werte? Wie werden Schönheitsideale in dramatischen Texten als Mittel sozialer Kontrolle und Selbstdisziplinierung verhandelt – und wie schreiben sich diese Ideale in die Körper der Figuren ein? Wie formt der Blick der anderen den Körper auf der Bühne – und was geschieht, wenn Figuren den ihnen zugeschriebenen Schönheitsidealen nicht mehr entsprechen?




